vom 22.02.2010
„Bergauf - Bergab“ entdeckt den Bayerwald
Ski- und Schneeschuhwanderung auf den Großen Rachel für das beliebte Bergsteigermagazin gefilmt
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Aufnahmen unterhalb des Waldschmidthauses: Für die Dreharbeiten zum Bergsteigermagazin „Bergauf − Bergab“ hatten die Fernsehleute einen prächtigen Wintertag erwischt. (Foto: Schreder)
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Zwiesel/Gr. Rachel. Was sieht sich der in diesen Tagen über Gebühr strapazierte Fernsehzuschauer eigentlich nach dem Ende der Olympischen Winterspiele von Vancouver an? Unser Tipp nach dem TV-Leistungssportmarathon: „Bergauf - Bergab“ am 4. März ab 21.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Warum? Weil in dieser Ausgabe des beliebten Bergsteigermagazins unsere Region mit im Mittelpunkt steht. Es wird ein Tourenbericht über eine Ski- und Schneeschuhwanderung auf den Großen Rachel ausgestrahlt. Bei herrlichem Winterwetter war am Aschermittwoch im Auftrag des Bayerischen Fernsehens ein Filmteam vor Ort, um unter der Regie des Journalisten Herwig Decker aus Furth i. Wald eine Ski- und Schneeschuhwanderung zum Großen Rachel in möglichst eindrucksvollen Bildern einzufangen. Nach Abschluss der Dreharbeiten zeigte sich Kameramann Andreas Kerle, weit gereister Filmemacher aus München mit langjähriger Berufserfahrung, von der Schönheit der weitläufigen Bayerwald-Landschaft angetan und sparte denn auch nicht mit Lob angesichts seiner tagsüber gewonnenen Eindrücke. Zuvor jedoch hatten er und seine Aufnahmeassistenten eine Menge Arbeit zu verrichten. Bereits in aller Frühe und bei bitterer Kälte starteten das Kamerateam und die vor Ort rekrutierten „Darsteller“ vom G’fällparkplatz aus in Richtung Rachelsee. Dabei wurde schnell klar, mit welchem Aufwand professionelle Filmaufnahmen in freier Natur bei einer Schneehöhe von einem Meter und mehr verbunden sind. Filmkamera, diverse Wechselobjektive, Stativ, Tonband und jede Menge Verbindungskabel. Diese Ausrüstung - sündhaft teuer und insgesamt an die 25 Kilo schwer - musste in den großen Rucksäcken Platz finden und den ganzen Tag über mitge-schleppt werden. Die aus zwei Skitourengehern und drei Schneeschuhwanderern bestehende Darstellergruppe hatte es zunächst vergleichsweise leicht. Ihre Aufgabe war es, unter stahlblauem Himmel „freundlich entspannt“ die verschneite Winterlandschaft zu genießen. Wie die nachfolgenden Eindrücke aus einem nahezu zehnstündigen Drehtag zeigen, war es für die Akteure vor der Kamera dann freilich doch nicht immer ganz so leicht, denn auch ihnen wurde einiges abverlangt. Immer wieder eilt die Filmmannschaft auf Skiern voraus, um Ausschau nach geeigneten Auf-nahmestandorten zu halten. Passen Landschaft und Lichtverhältnisse zusammen, folgt ein Vorgang, der sich während des Drehtages gut ein Dutzend Mal wiederholt: Ausrüstung auspacken, Stativ und Kamera aufbauen, Tonbandgerät bereithalten. Ist die Einstellung geglückt, lautet die Devise: Equipment abbauen und einpacken. Ohne weiteren Aufenthalt geht es an-schließend weiter zum Aufnahmeort der nächsten Szene. Die Darsteller sind beeindruckt, mit welcher Routine das Filmteam zu Werke geht. Man ist perfekt aufeinander eingespielt, jeder Handgriff sitzt und es bedarf jeweils nur kurzer Anweisungen, um die Arbeit am Laufen zu halten. Immer wieder bespricht Herwig Decker, Initiator dieser Sendung, die von ihm gewünschten Einstellungen mit dem Kameramann. Andreas Kerle zeigt sich allen Wünschen gegenüber aufgeschlossen und wirkt stets professionell. Mehrfach wird für die Einstellungen das Objektiv der Kamera gewechselt, je nachdem, ob mit den eingefangenen Bildern die Weite der Waldlandschaft oder aussagekräftige Details vermittelt werden sollen. Ein Dreizehenspecht wird herangezoomt und in der Seewand gelingt es, den Brutplatz eines Wanderfalkenpaares ausfindig zu machen. Geschickt verfolgt der Kameramann die Skispur einer waghalsigen Steilabfahrt mitten durch die streng geschützte See-wand. Das schließlich sorgt für reichlich Gesprächsstoff in der fünfköpfigen Wandergruppe und baut den filmischen Spannungsbogen zwischen den Bemühungen des Naturschutzes und dem Freizeitverhalten der Tourengeher auf, die sich mitunter abseits der ausgewiesenen Wege und Routen bewegen. Wird der Naturliebhaber im Nationalpark über Gebühr einge-schränkt? Wie positioniert sich in diesem Zusammenhang der Bayerische Wald-Verein? Gibt es Schnittmengen für ein gemeinsames Handeln? All diese Fragen werden vor laufender Kamera von den Mitgliedern der Tourengruppe beantwortet. Beim letzten Steilaufschwung unterm Rachelgipfel wird es dann aufgrund wechselnder Schneeverhältnisse auch für die Darsteller bisweilen recht mühselig und während die Schneeschuhwanderer zur Rachelwiese abschwenken, steigen die beiden Skitourengeher zum Gipfelkreuz hinauf. Das für den Filmbeitrag nun einmal unverzichtbare Gipfelglück muss anschließend nicht gespielt werden, denn die Freude über den schönen Tag und die gegebene Szenerie ist den Akteuren ohnehin ins Gesicht geschrieben. Die Abfahrt hinunter zum Waldschmidthaus hat ihre Tücken. Mit ein paar eleganten Schwüngen sollen die Skifahrer aus dem Bild fahren, doch zwischenzeitlich „pappt“ es gehörig und der erste Versuch endet mit einem spektakulären Überschlag im weichen Schnee. So etwas hat in einer renommierten Bergsteigersendung natürlich nichts verloren. Das bedeutet: Die Einstellung muss wiederholt werden. Letzten Endes hat dann aber doch noch alles gut geklappt für ein hoffentlich sehenswertes „Bergauf -Bergab“ am Donnerstag, 4. März, um 21.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Roland Schreder
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